Ein Sopran, ein Sopran! - Ein Königreich für einen Sopran.
- zausen
- 28. Dez. 2025
- 1 Min. Lesezeit

Sopräne betreten die Probe nicht, sie erscheinen.
Mal früher, mal später – Zeit ist ein Kontinuum.
Sopran ist kein Fach, es ist ein Lebensgefühl. Der Sopran schwebt über allem, singt immer richtig, vor allem auch niemals zu laut und Kritik wird zur Kenntnis genommen und ignoriert. Sopran sein heißt: Wo ich bin, ist richtig. Noten sind Möglichkeiten für eigene interpretatorische Freiräume: Ein schillerndes Becken für Klang und Kreativität. Rhythmus ist ein patriarchisch angehauchtes Korsett, das überwunden werden muss. Ein Anachronismus im sonst so individuell anmutenden einundzwanzigsten Jahrhundert.
Der Sopran atmet Emsersalz und Kräutertee. LaxVox-Schlauch und Thermoskanne sind als erweiterte Gliedmaßen einzustufen und ein neckischer Schal schützt allzeit die güldenen Stimmbänder.
Sopräne sind wahre Teamplayer, solange sie den Ton angeben. Jedes Stück ist für sie ein Solo mit höflicher Begleitmusik. Sie fliegen engelsgleich über dem Ensemble und wenn das Stück dann doch ein Ton höher als abgesprochen gesungen wird, entgleitet ihnen ein Ausruf der Freude. Endlich ein hohes C! Die Musik wird dabei gelebt und zelebriert. Ob himmelhoch jauchzender Jubel oder apokalyptischer Weltuntergang – der Sopran lebt Musik, atmet Musik, ist Musik.
Sopräne sind der Ingwer in deinem heissen Wasser, das Dressing in der Chorklamotte, mit ihnen ist Singen allzeit… ein Abenteuer.



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